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Praktikanten

Praktikanten

Praktikanten sind Personen, die sich im Zusammenhang mit einer schulischen Ausbildung praktische Kenntnisse in einem Unternehmen aneignen, die der Vorbereitung oder Vervollständigung der Ausbildung für den künftigen Beruf dienen. Der Erwerb beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten oder Erfahrungen im Rahmen betrieblicher Berufsbildung gilt als Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung. Praktika unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der Sozialversicherung.

Praktikantenverhältnisse können unterschiedlich ausgestaltet sein.

Für Praktikantinnen/Praktikanten für folgende Berufe gilt ein Tarifvertrag, der zwingend eine Vergütung in Höhe von rd. 1.100 € bis 1.400 €/Monat vorsieht:

Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, pharmazeutisch-technische Assistenten, Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen, Masseurinnen und med. Bademeister, Rettungsassistenten.

Für nicht unter diesen Tarifvertrag fallende Praktikanten gelten die Praktikantenrichtlinien der TdL, an die die Universität gebunden ist. Diese Richtlinien unterscheiden zwischen Praktikanten, die unter das Berufsbildungsgesetz (BBiG) fallen, und solchen, die nicht unter dieses Gesetz fallen.

Die unter das BBiG fallenden Praktikanten haben nach § 17 BBiG Anspruch auf angemessene Vergütung. Als angemessen wird angesehen

  • für Vorpraktikanten eine Monatsvergütung von ca. 200 bis 250 € (je nach Ausbildungsstand)
  • für Berufspraktikanten für die Berufe des Familienpflegers, der Wirtschafterin, des Altenpflegers, der Hauswirtschaftsleiterin und des Psychagogen eine Monatsvergütung wie für Sozialarbeiter (s.o.).
  • für Berufspraktikanten der Pharmazie und der Lebensmittelchemie eine Vergütung von ca. 530 € bis 715 €.

Für Praktikanten, die nicht unter das BBiG fallen, besteht zwar kein Vergütungsanspruch, die Zahlung einer Vergütung ist aber verbreitet.

Die Beschäftigung von Praktikanten setzt also voraus, dass entsprechende Personalmittel vorhanden sind, soweit Anspruch auf Vergütung besteht.

Unbedenklich ist die Ableistung unbezahlter Praktika, wenn das Praktikum in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist.

Bitte beachten Sie jedoch, dass auch in diesen Fällen Sozialversicherungsbeiträge anfallen können!

In Fällen, in denen ein Anspruch nicht besteht, ist der Ausschluss von Vergütungsansprüchen schriftlich zu vereinbaren.

Das Staatsministerium für Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass es nicht Aufgabe der Universität ist, die Durchführung von Praktika zu ermöglichen.

Bei Fragen zur arbeitsrechtlichen Seite wenden Sie sich bitte an das Referat P 4.

  1. Für Studenten die ein in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Zwischenpraktikum absolvieren, während sie an einer Hochschule bzw. Fachhochschule immatrikuliert sind, besteht während des Praktikums Versicherungsfreiheit, auch wenn sie ein Entgelt hierfür erhalten.
  2. Bei einem in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenen Praktikum vor der Immatrikulation oder nach der Exmatrikulation besteht Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung. Wird dabei ein Arbeitsentgelt erzielt, besteht Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung wie bei Arbeitnehmern. Wird kein Entgelt erzielt, besteht Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung als Praktikant. Versicherungsfreiheit aufgrund einer geringfügigen Beschäftigung kommt für solche Beschäftigungen nicht in Betracht.
  3. Personen, die ein in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolvieren, aber nicht an einer Hochschule bzw. Fachhochschule immatrikuliert sind , unterliegen, da es ihrer Berufsausbildung dient, der Renten- und Arbeitslosenversicherung, unabhängig davon, ob Arbeitsentgelt bezogen wird oder nicht.
  4. Personen die ein Praktikum absolvieren, das nicht in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, sind sozialversicherungsrechtlich als Beschäftigte anzusehen. Die Versicherungspflicht richtet sich nach den allgemeinen Grundsätzen für Beschäftigte. Ist der Beschäftigte Student, besteht ggf. Versicherungsfreiheit.

Praktika die zu Versicherungspflicht und damit unter Umständen zu erheblichen Kosten führen, sind zu vermeiden bzw. nur dann einzugehen, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. Die Universität ist finanziell nicht in Lage, Sozialversicherungsbeiträge zu übernehmen.

Fragen zur Sozialversicherungspflicht von Praktikanten richten Sie bitte an das Referat P3.