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Lehrverpflichtung

Lehrverpflichtung

Die Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen bestimmen Gegenstand und Art ihrer Lehrveranstaltung unter Berücksichtigung der Prüfungs- und Studienordnungen in eigener Verantwortung. Die Erfüllung der Lehrverpflichtung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie der Lehrkräfte für besondere Aufgaben richtet sich unter Berücksichtigung der Prüfungs- und Studienordnungen nach den Anordnungen ihrer Vorgesetzten.

Der Umfang der dienstrechtlichen Lehrverpflichtung des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an Hochschulen und der Zeitpunkt der Erbringung der Lehrverpflichtung wurden durch die Lehrverpflichtungsverordnung (LUFV) festgelegt.

Der Umfang der Lehrverpflichtung einer Lehrperson wird in Lehrveranstaltungsstunden ausgedrückt. Eine Lehrveranstaltungsstunde umfasst mindestens 45 Minuten Lehrzeit pro Woche der Vorlesungszeit des Semesters (§ 2 Abs. 1 LUFV).

Eine Lehrveranstaltungsstunde wird vom Zeitaufwand her mit etwa 5 % der Arbeitszeit berechnet. Bei einer Lehrverpflichtung von 10 Lehrveranstaltungsstunden stünden rein rechnerisch noch 50 % der Arbeitszeit für andere, der Lehre gleichwertige Dienstaufgaben zur Verfügung.

Die Überprüfung der Erfüllung der Lehrverpflichtung aller Lehrpersonen liegt im Zuständigkeitsbereich der Universität und innerhalb der Universität in der Verantwortung der Fakultät.

Innerhalb der Universität sind die Fakultäten zur Sicherstellung des Lehrangebots der Universität verpflichtet (Art. 5 Abs. 1 BayHSchPG).

Nach Art. 21 Abs. 11 BayHSchG trägt der Vorsitzende des Leitungsgremiums im Zusammenwirken mit dem Dekan oder der Dekanin dafür Sorge, dass die Professoren und die Professorinnen sowie die sonstigen zur Lehre verpflichteten Personen ihre Lehr- und Prüfungsverpflichtungen ordnungsgemäß erfüllen; ihm steht insoweit gegenüber dem Dekan oder der Dekanin ein Aufsichts- und Weisungsrecht zu.

Innerhalb der Fakultät trägt nach Art. 28 Abs. 4 BayHSchG der Dekan oder die Dekanin im Zusammenwirken mit dem Studiendekan oder der Studiendekanin unbeschadet der Aufgaben des Vorsitzenden des Leitungsgremiums für die Einhaltung der Lehrverpflichtung Sorge; dem Dekan oder der Dekanin steht insofern ebenfalls ein Aufsichts- und Weisungsrecht zu.

Aufgabe des Studiendekans oder der Studiendekanin ist es nach Art. 30 Abs. 2 BayHSchG insbesondere, darauf hinzuwirken, dass das Lehrangebot den Prüfungs- und Studienordnungen entspricht, das Studium innerhalb der Regelstudienzeit ordnungsgemäß durchgeführt werden kann und die Studenten angemessen betreut werden.

Einzelheiten zum Ablauf des Überprüfungsverfahrens und der Einhaltung der Lehrverpflichtung sind im Rundschreiben vom 4. Juni 2002 geregelt.

Es gibt unter anderem folgende Ausnahmen und Besonderheiten

Unter der Voraussetzung, dass nach Prüfungsordnungen, Studienordnungen oder Studienplänen für das jeweilige Semester vorgesehene Gesamtlehrangebot in einem Fach erfüllt wird, können die Lehrpersonen, wenn dienstliche Gründe nicht entgegen stehen, ihre Lehrverpflichtung auch dadurch erfüllen, dass sie ihre individuelle Lehrverpflichtung vorübergehend überschreiten oder unterschreiten und einen Ausgleich zu einem späteren Zeitpunkt herbeiführen. Hierzu ist die vorherige Zustimmung des Dekans oder der Dekanin erforderlich. Unterschreitungen sind insgesamt bis zur Hälfte, Überschreitungen insgesamt bis zum Doppelten der individuellen Lehrverpflichtung zulässig. Der Ausgleich von Unterschreitungen ist innerhalb der folgenden zwei Studienjahre, spätestens jedoch bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses herbeizuführen; Überschreitungen verfallen, soweit ihr Gesamtbetrag das Doppelte der individuellen Lehrverpflichtung übersteigt oder soweit sie nicht bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses ausgeglichen werden. Zur Berücksichtigung eines erhöhten Lehrbedarfs in einem Fach kann die Fakultät Lehrpersonen den Ausgleich von Unterschreitungen anordnen (§ 2 Abs. 4 LUFV).

Die Lehrverpflichtung von Professoren und Professorinnen kann befristet um bis zu drei Lehrveranstaltungsstunden höher festgesetzt werden, wenn ein dienstliches Interesse daran besteht, dass Professoren und Professorinnen vorübergehend zusätzlich Aufgaben der Lehre in ihrem Fach wahrnehmen. Sie kann befristet auf bis zu zwei LVS ermäßigt werden, wenn ein dienstliches Interesse daran besteht, dass Professoren vorübergehend zusätzliche Aufgaben im Bereich der Forschung in ihrem Fach wahrnehmen. Abweichungen sind innerhalb der gleichen Lehreinheit im Rahmen der vorhandenen Personalausstattung kapazitätsneutral auszugleichen. Es genügt, dass der Ausgleich der entfallenden Lehrkapazität aus Mitteln öffentlicher oder privater Dritter finanziert wird (§ 7 Abs. 7 LUFV).

In der Vorlesungszeit haben Professoren und Professorinnen sowie Juniorprofessoren und Juniorprofessorinnen ihr Lehrangebot unter Berücksichtigung der curricularen Notwendigkeiten bei voller Lehrverpflichtung grundsätzlich an mehr als zwei Tagen in der Woche zu erbringen. Die zur Verfügung stehenden Vorlesungstage sollen ausgeschöpft werden (§ 4 Abs. 2 LUFV).

Die Lehrverpflichtung der Vizepräsidenten und Vizepräsidentinnen und der Dekane und Dekaninnen wird auf Antrag vom Wissenschaftsministerium festgesetzt.

Für die Dauer der Tätigkeit als Studiendekan oder Studiendekanin kann die Lehrverpflichtung ebenfalls reduziert werden. Auch hierfür ist das Wissenschaftsministerium zuständig.

Für die Dauer der Tätigkeit als Departmentsprecher oder Departmentsprecherin kann die Lehrverpflichtung reduziert werden. Diese Verringerung der Lehrverpflichtung ist allerdings nur möglich, wenn innerhalb derselben Lehreinheit die Verringerung innerhalb des jeweiligen Semesters ausgeglichen wird und bei anderen Kollegen und Kolleginnen eine entsprechende Erhöhung der Lehrverpflichtung stattfindet (§ 7 Abs. 8 LUFV).

Professoren können nur dann von der Verpflichtung zur Abhaltung von Lehrveranstaltungen befreit werden, wenn unter anderem die vollständige und ordnungsgemäße Durchführung der Lehre einschließlich der Prüfungen nicht beeinträchtigt werden und insbesondere im normalen Unterrichtszyklus keine Unterbrechung eintritt. Wenn die Vertretung durch andere Professoren nicht in vollem Umfang übernommen werden kann, halten in der Praxis Professoren während ihres Forschungsfreisemesters weiterhin Lehrveranstaltungen bzw. betreuen ihre Examenskandidaten und Doktoranden selbst.

Die Erweiterte Universitätsleitung hat in ihrer Sitzung am 10.10.2005 beschlossen, dass Lehrveranstaltungen, die während eines Forschungsfreisemesters abgehalten werden, nicht auf das folgende Semester angerechnet werden können.

Einer generellen Freistellung von der Lehrverpflichtung im Rahmen von Austauschprogrammen bei entsprechender Erbringung der Lehrleistung durch die Austauschpartner wurde seitens des Wissenschaftsministeriums nicht entsprochen. Der Umfang der notwendigen Ermäßigung erfordert eine Einzelfallprüfung.

Dabei muss nach Auffassung des Staatsministeriums der Finanzen Bestandteil dieser Prüfung auch sein, ob es für die Teilnahme an Austauschprogrammen mit ausländischen Hochschulen der Gewährung von Sonderurlaub bedarf oder ob eine Lehrverpflichtungsermäßigung ausreicht.

Die Gewährung von Erholungsurlaub für Universitätsprofessoren und Universitätsprofessorinnen regelt Art. 5 Absatz 3 BayHSchPG. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Personen mit Lehrverpflichtung ihren Erholungsurlaub in der unterrichtsfreien Zeit einzubringen haben, sofern keine dienstlichen Gründe entgegenstehen.

Dokumente zum Thema Lehrverpflichtung